Die Mieten schnellen in Friedrichshain-Kreuzberg weiter ungebremst in die Höhe.

Wie aus dem Mitte Februar veröffentlichten Wohnmarktreport 2018 hervorgeht, muss man im Schnitt fast 12 Euro je m² Wohnfläche zahlen, wenn man jetzt in unserem Stadtbezirk eine Wohnung mietet. Dies ist ein Anstieg um 7,9 % binnen Jahresfrist. Berlinweit liegt der Durchschnitt knapp unter 10 €/m². Wie schon in den letzten Jahren ist Friedrichshain-Kreuzberg wieder trauriger Spitzenreiter bei der Miethöhe.

Besonders dramatisch ist die Entwicklung in unserem Bezirk wegen der geringen Einkommen der Einwohner. In Berlin ist die Kaufkraft mit 93% (Bundesdurchschnitt 100%) deutlich unterdurchschnittlich. Einwohner unseres Bezirks müssen 37,4 % ihres Einkommens für die Begleichung der Miete aufbringen, im Landesdurchschnitt sind es 29 %. Faustregel ist, dass die Miete maximal ein Drittel des Einkommen betragen sollte.

Der Erwerb einer Eigentumswohnung ist kaum eine Alternative, denn bei uns kostet der m² Wohnfläche durchschnittlich 4.359 €.

Jährlich wächst die Bevölkerung in Berlin um ca. 40.000 Personen, jedoch wurden im Jahr 2016 nicht einmal 10.000 Wohnungen fertiggestellt. Es ist daher mit einer weiteren Verschärfung der Lage auf dem Wohnungsmarkt zu rechnen. Die Investoren dürfen sich freuen, denn der Preis für Mehrfamilienhäuser ist im Jahr 2017 um gigantische 32,7 % gestiegen.

Detaillierte Faktenanalyse ist die Voraussetzung für eine lösungsorientierte Politik, um die dramatische Lage auf dem Wohnungsmarkt zu verbessern.

Der aktuelle Wohnmarktreport 2018 ist unter www.berlinhyp.de abrufbar.

Bernd Wandrey