Die 2006 von der UN-Generalversammlung verabschiedete Behindertenrechtskonvention formuliert das Recht auf Selbstbestimmung, Partizipation und umfassenden Diskriminierungsschutz für Menschen mit Behinderungen und fordert eine barrierefreie und inklusive Gesellschaft. Mit Ihrer Ratifizierung hat sich Deutschland verpflichtet, Inklusion in allen gesellschaftlichen Bereichen umzusetzen. Das bedeutet:
gemeinsames Lernen aller Kinder, ob mit oder ohne Behinderung.

Das Ziel der Abkehr vom getrennten Lernen an Förderschulen hin zu einer inklusiven Schule, die allen Kindern in ihrer Individualität gerecht wird, ist aber noch lange nicht Realität im deutschen Bildungsalltag. In Berlin steigt die Zahl der Kinder mit Behinderungen an Regelschulen stetig an. Damit Inklusion ein Erfolg wird, sind mehr Schulhelfer erforderlich. Eltern fragen, wie das Gesamtkonzept „Inklusive Schule“ des Senats gelingen kann, wenn nicht mehr Geld zur Verfügung gestellt wird. Zum Schuljahresbeginn 2014 sind an der Charlotte-Salomon-Grundschule Schulhelferstunden gekürzt worden, obwohl mehr Inklusionskinder angemeldet wurden. Eltern und Schulen fühlen sich überfordert. Die Akzeptanz der Inklusion gerät in Gefahr. Wir fragen: Wie will der Senat den Schulen helfen? Stehen im nächsten Jahr mehr Mittel für die Inklusion zur Verfügung?

Diese und andere Fragen haben wir bei unserer letzten Abteilungsversammlung am 9.12.2014 mit Mark Rackles, Staatssekretär in der Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Wissenschaft, Vertretern des Landeselternausschusses und Eltern der Schulen aus unserem Kiez (Charlotte-Salomon-, Glaßbrenner-, Lenau– und Leibnitzschule) diskutiert.

Deutlich wurde dabei, dass die momentan im System vorhandenen Mittel für Inklusion von den Entwicklungen in der Realität überrollt werden. Diese “Versorgungslücke” zu schließen, wird der erste Schritt sein, der bei den anstehenden Haushaltsverhandlungen gegangen werden muss. Allerdings ist jetzt bereits klar, dass auch dies auf Dauer nicht ausreichend sein wird. Vielmehr stellt sich langfristig die grundsätzliche Frage danach, wie Unterricht gestaltet sein sollte, damit eine echte Leistungsdifferenzierung im Schulalltag, die ja im Prinzip für alle Schüler gleichermaßen wichtig ist, wirklich umgesetzt werden kann. Am Ende wird es also doch auch weiterhin um mehr Geld gehen!